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Presse 18/2026

Schwab: "Mittelständische Betriebe brauchen europäische Regeln, die Umweltziele erreichen und in der Praxis umsetzbar bleiben."

Donaueschingen, 01.09.2026
 

Die geplante europäische Verpackungsverordnung PPWR (VerpackDG) bürdet der Faltschachtelbranche erhebliche und unnötige Herausforderungen auf. Wie sich die neuen Regelungen in der Praxis auswirken, darüber informierte sich der südbadische Europaabgeordnete Andreas Schwab (CDU) beim Besuch der Bromberger Packungen GmbH in Donaueschingen. 

Begleitet wurde er von Donaueschingens Oberbürgermeister Erik Pauly sowie Mitgliedern des CDU-Stadtverbandes Donaueschingen.

Im Mittelpunkt des Austauschs stand die PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation), die neue EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle. Mit ihr verfolgt die Europäische Union das Ziel, Verpackungsabfälle zu reduzieren, Recycling zu stärken und europaweit einheitliche Standards für nachhaltige Verpackungen zu schaffen. Während die Umweltziele an sich grundsätzlich breite Zustimmung finden, sehen viele mittelständische Unternehmen die konkrete Ausgestaltung sehr kritisch.

Geschäftsführer Christof Bromberger machte deutlich, dass Hersteller von Faltschachteln durch umfangreiche Nachweis-, Dokumentations- und Prüfpflichten erheblich und vor allem sinnlos belastet würden. „Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung gehören seit Jahrzehnten zum Alltag unserer Branche. Was wir brauchen, sind praktikable, klare und einfache Regelungen und keine zusätzlichen Bürokratiegeschwüre, die Unternehmen knebeln, ohne einen messbaren Mehrwert für den Umweltschutz zu schaffen“, erklärte Bromberger.

Als konkreten Lösungsansatz stellte der Unternehmer die Einführung eines europaweit einheitlichen, einfachen und klar definierten „Certificate of Conformity“ vor. Dieses Konformitätszertifikat könnte als Anhang zur PPWR aufgenommen werden und generell bescheinigen, dass das Produktionsprogramm, welches ein Verpackungshersteller einem Kunden liefert, sämtliche gesetzlichen Anforderungen erfüllt, ohne dass jährlich wiederkehrend jedem Kunden maximal detailliert eine Konformitätserklärung auf Artikelebene erstellt werden muss. Aus Sicht Brombergers würde dies Mehrfachprüfungen vermeiden, die Rechtssicherheit erhöhen und den Verwaltungsaufwand für Hersteller wie Kunden deutlich reduzieren.

Andreas Schwab, Mitglied im Binnenmarktausschuss und Vorsitzender des Haushaltskontrollauschuss’ zeigte Verständnis für die Anliegen des Unternehmens und die Sorgen der Branche. „Gerade mittelständische Betriebe brauchen europäische Regeln, die Umweltziele erreichen und gleichzeitig in der Praxis umsetzbar bleiben. Der direkte Austausch mit Unternehmen ist unverzichtbar, um Erfahrungen aus der Produktion in die politische Arbeit in Brüssel einzubringen“, betonte Schwab. Der Abgeordnete griff den Vorschlag Brombergers auf und will diesen der zuständigen EU-Kommissarin unterbreiten. 

Die Auftragslage bei Bromberger, so der Geschäftsführer, sei seit jeher übers Jahr betrachtet leicht schwankend, die Kurzfristigkeit habe jedoch zugenommen und mit der wirtschaftlichen Situation müsse man ja angesichts der Gesamtlage in Deutschland auf fast fatalistische Art zufrieden sein: „Unsere Kunden schätzen die hohe Qualität und den Komplettservice aus einer Hand, das reicht von der CAD-Musterentwicklung über den Druck, bis hin zu Logistik und Distribution. Ein moderner Maschinenpark, erfahrene Mitarbeiter und flache Hierarchien sorgen für eine effiziente und flexible Auftragsabwicklung. Das verschafft uns einen Vorteil gegenüber unseren Mitbewerbern“, beschreibt Christof Bromberger. 

Beim anschließenden Rundgang durch die Produktion erhielten die Besucher einen spannenden Einblick in die Herstellung hochwertiger Verpackungslösungen – von der Druckvorstufe über den modernen Offsetdruck bis hin zur Weiterverarbeitung. Dabei wurde deutlich, dass Bromberger auf modernste Technik, ressourcenschonende Produktionsprozesse und höchste Qualitätsstandards setzt.

Eine besondere Überraschung hielt Geschäftsführer Christof Bromberger zum Abschluss des Besuchs bereit. Als Erinnerung an die traditionsreiche Geschichte des Familienunternehmens überreichte er Andreas Schwab einen historischen Eine-Million-Mark-Geldschein, der 1923 bei Bromberger gedruckt wurde. Das außergewöhnliche Geschenk erinnert an die Zeit der Hyperinflation Anfang der 1920er-Jahre und verdeutlicht zugleich die mehr als 120-jährige Drucktradition des Donaueschinger Unternehmens.

Der Besuch machte deutlich, wie wichtig der Dialog zwischen europäischer Politik und mittelständischer Wirtschaft ist. Denn gerade bei weitreichenden europäischen Gesetzgebungsverfahren geht es darum, ob gut gemeinte politische Ziele auch wirtschaftlich und praktikabel sinnvoll umgesetzt werden können.

Hintergrundinformationen

Bromberger Packungen GmbH

  • Familienunternehmen mit Sitz in Donaueschingen
  • Gegründet 1904 als lithografische Kunstanstalt
  • Heute in vierter Generation geführt
  • Geschäftsführer: Christof Bromberger und Joachim Werner
  • Rund 100 Beschäftigte
  • Spezialisiert auf hochwertige Faltschachteln, Displays und Werbemedien aus Karton
  • Modernes Leistungsspektrum von Entwicklung und Druck bis zur Veredelung, Konfektionierung und Logistik
  • Investiert kontinuierlich in modernste Druck- und Weiterverarbeitungstechnik und zählt zu den innovativen Faltschachtelherstellern in Süddeutschland.

Für weitere Informationen:

Andreas Schwab MdEP: +32 228 45938