Presse 17/2026
Schwab: „Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen."
Konstanz, 17.08.2026
Wie kann Europa die Wettbewerbsfähigkeit seiner Unternehmen stärken und Bürokratie abbauen? Über diese und einige weitere Themen sprachen der südbadische Europaabgeordnete Andreas Schwab (CDU/EVP), der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hochrhein Bodensee, Thomas Conrady, sowie deren Hauptgeschäftsführerin Katrin Klodt-Bußmann.
Im Gespräch wurde deutlich, dass die Unternehmen in der Region Hochrhein-Bodensee vor vielfältigen Herausforderungen stehen. Neben den hohen Energie- und Arbeitskosten beschäftigen insbesondere der Fachkräftemangel, die Digitalisierung, die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft, die US-Zölle sowie eine zunehmende Regulierungsdichte die Betriebe.
Gerade exportorientierte mittelständische Unternehmen seien auf einen funktionierenden europäischen Binnenmarkt und verlässliche politische Rahmenbedingungen angewiesen. Im Fokus standen die wachsenden bürokratischen Anforderungen durch europäische Regelungen. Als Beispiele wurden die neue Verpackungsverordnung (PPWR), die Entwaldungsverordnung (EUDR), Vorgaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie weitere Dokumentationspflichten genannt. Einig war man sich, dass ambitionierte Umwelt- und Klimaziele nur dann dauerhaft Akzeptanz finden, wenn ihre Umsetzung praxistauglich ausgestaltet wird und Unternehmen nicht unnötig belastet.
IHK-Präsident Thomas Conrady unterstrich die Erwartungen der regionalen Wirtschaft: „Unsere Unternehmen stehen für Innovation, Qualität und Nachhaltigkeit. Sie brauchen jedoch mehr Freiräume für unternehmerisches Handeln und weniger Bürokratie. Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht durch immer neue Berichtspflichten, sondern durch gute Rahmenbedingungen.“
Für die Hauptgeschäftsführerin der IHK Hochrhein-Bodensee, Katrin Klodt-Bußmann, ist Europa unverzichtbar für die wirtschaftliche Stärke der Region: „Der europäische Binnenmarkt ist für viele Unternehmen in unserer Region immens wichtig. Gleichzeitig müssen europäische Vorgaben stärker die Realität mittelständischer Betriebe berücksichtigen. Deswegen braucht es den regelmäßigen Austausch zwischen Wirtschaft und Politik.“
„Die jetzigen Maßnahmen zum Bürokratieabbau reichen noch nicht. Das wissen wir. Aber wir bleiben dran und ich setze alles daran, die Erfahrungen und Vorschläge von Unternehmen in meinem Wahlkreis aufzugreifen, bei den Gesetzgebungsprozessen einfließen zu lassen und somit für praktikable Lösungen zu sorgen“, so Andreas Schwab. Der CDU-Bezirksvorsitzende ist Vorsitzender des wichtigen Haushaltskontrollauschusses im EU-Parlament und Mitglied im Binnenmarktausschuss.
Die Runde sprach sich für einen weiteren Abbau bürokratischer Hürden bei grenzüberschreitenden Dienstleistungen und Geschäftsreisen aus. Auch die wirtschaftliche Situation in der Grenzregion zur Schweiz war Thema des Austauschs. Grenzüberschreitende Lieferketten, der Fachkräfteaustausch und offene Märkte seien wesentliche Erfolgsfaktoren für zahlreiche Unternehmen im Kammerbezirk.
Andreas Schwab betonte die Bedeutung des direkten Dialogs mit der Wirtschaft: „Europa braucht starke mittelständische Unternehmen. Deshalb müssen wir in Brüssel noch konsequenter darauf achten, dass neue Regelungen ihre Ziele erreichen, ohne Innovation und Wettbewerbsfähigkeit auszubremsen. Der Austausch mit der IHK liefert dafür wertvolle Impulse aus der Praxis.“
Abschließend vereinbarten die Gesprächsteilnehmer den engen Dialog zwischen europäischer Politik und der regionalen Wirtschaft fortzusetzen und somit die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Hochrhein-Bodensee zu stärken.
Informationen zum Thema
Industrie- und Handelskammer (IHK) Hochrhein-Bodensee
- Sitz: Konstanz und Schopfheim
- Zuständig für die Landkreise Konstanz, Waldshut und Lörrach
- Vertritt die Interessen von rund 40.000 Mitgliedsunternehmen
- Schwerpunkte: Menschen bilden, Region entwickeln, Unternehmen fördern
- Aufgaben: Interessenvertretung der gewerblichen Wirtschaft, Aus- und Weiterbildung, Services und Beratungen für Unternehmen sowie hoheitliche Aufgaben wie Prüfungen und Bescheinigungen für den Außenhandel
- Präsident: Thomas Conrady
- Hauptgeschäftsführerin: Prof. Dr. Katrin Klodt-Bußmann
- Die IHK Hochrhein-Bodensee versteht sich als Stimme der regionalen Wirtschaft und bringt die Anliegen ihrer Mitgliedsunternehmen gegenüber Politik und Verwaltung auf kommunaler, Landes-, Bundes- und europäischer Ebene ein.
Für weitere Informationen:
Andreas Schwab MdEP: +32 228 45938
